Mythos Markt. Die Theorie der ökonomisierten Gesellschaft

Walter Otto Ötsch

Mythos Markt, Mythos Neoklassik

Kritik des Marktfundamentalismus

Metropolis Marburg 2019 (auch als Ebook, pdf-Format)

 Das Buch zu den theoretischen Grundlagen der ökonomisierten Gesellschaft

Die gegenwärtige Gesellschaft kann als ökonomisiert verstanden werden. Viele Bereiche der Gesellschaft, die früher eigenen Regeln gefolgt sind, haben sich einer wirtschaftlichen Effizienzlogik unterworfen. Die Ökonomik hat damit den Status einer gesellschaftlichen Leitwissenschaft erworben. Das Buch beschreibt

  1. die Transformation der Ökonomik in eine Wissenschaft von „dem Markt“,
  2. wie sich dieses Konzept durchgesetzt hat,
  3. wie dadurch die Gesellschaft verändert wurde und
  4. welche Folgen dies hatte – bis hin zur Finanzkrise 2008, zur Klima(wandel)leugnung und zum Rechtspopulismus, der als neue Politikform „des Marktes“ interpretiert wird.
Inhalte
  • Eine Neudeutung der Geschichte des Neoliberalismus über fast 100 Jahre: von Ludwig (von) Mises bis heute.
  • Eine Präzisierung des Kerns des Neoliberalismus als einer Wissenschaft von „dem Markt“ – das wird als Marktfundamentalismus anhand von 50 Basissätzen definiert.
  • Ein Überblick, wie die heute dominante ökonomische Theorie (die Neoklassik) marktfundamental geworden ist.
  • Welche Widersprüche in dem Konzept „des Marktes“ eingebaut sind, die seine Dynamik und seine zunehmende Radikalisierung über Jahrzehnte ausmachen.
  • Eine Klärung, warum der Marktfundamentalismus zu einer Theorie für eine ökonomisierte Gesellschaft werden konnte.
  • Ein detaillierte Kritik des wichtigsten Modells der Ökonomie, dem Angebots-Nachfragemodell, wie es in den führenden Lehrbüchern der Nationalökonomie zu finden ist. Es wird bestritten, dass dieses Modell eine wissenschaftliche Aussagekraft zur Erklärung der Wirtschaft besitzt.
  • Eine Klärung, wie es möglich wurde, dass eine formale Theorie (das neoklassische Marktmodell) zum Träger eines Mythos werden konnte, in dem – vollkommen faktenfrei – der Kampf des Guten („der Markt“) gegen das Böse („der Staat“) erzählt wird.
  • Ein Überblick, welche praktischen Auswirkungen „der Markt“ für die Wirtschaftspolitik, für die Politik und die Gesellschaft insgesamt ausübt und welche Gefahren vom Bild „des Marktes“ ausgehen.
  • Eine Darstellung von wichtigen Folgen für die Gesellschaft heute, erklärt anhand des Wissenskonzeptes von Friedrich August (von) Hayek: warum ÖkonomInnen die Finanzkrise 2008 nicht für möglich erachtet haben, wie sie auf die Krise reagiert haben, welche Aussagen zu den ökologischen Krisen hier enthalten sind – bis hin zur Klima(wandel)leugnung – und warum der Rechtspopulismus vermutlich zur künftigen Politikform „des Marktes“ werden wird.
Das Argument wird auf drei Ebenen entwickelt:
  1. Historisch: die Entstehung des Ansatzes, die Kontexte und Hintergründe und einige geschichtlichen Folgewirkungen.
  2. Theoretisch: was die Theorien, die das Konzept „des Marktes“ verwenden, auszeichnet, insbesondere die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Standardmodell der Neoklassik, das in den führenden Lehrbüchern zu finden ist.
  3. Diskusanalytisch: wie „der Markt“ von Medien und in der Politik verwendet wird und welche Folgen und Probleme sich für die Gesellschaft heute ergeben.