Opfer-Täter-Umkehr bei HC Strache

Christian Böhmer vom Kurier hat Klaus Ottomeyer von der Universität Klagenfurt und mich zur Kommunikation von H.C. Strache interviewt und einen Artikel in der in der Sonntagsausgabe des Kurier (1.12.2013) verfasst: “Wie aus Tätern Opfer werden. Straches Spiel mit der Rolle des Verfolgten lässt die politischen Sitten immer mehr verrohen” .

Was ich hier sage, kann im Detail in meinem Buch über die Kommunikation von Jörg Haider („Haider Light: Handbuch für Demagogie“, 5. Auflage 2002) nachgelesen werden. Die Opfer-Rolle bei Angriffen wird dort als das 17. Muster aus 100 Mustern beschrieben. Ein solches Verhalten ergibt sich zwingend aus dem dualen Wir-als-Opfer- und Die-als-Täter-Welt-Bild der Demagogie: siehe meinen Blogbeitrag vom 23.11. Egal, was passiert (und auch egal, über wieviel Macht man verfügt): wenn etwas Unliebsames geschieht, ist man immer das Opfer. Damit wird auch eine perfekte Ideologie von Verantwortungslosigkeit etabliert, man hat und braucht für nichts die Verantwortung zu übernehmen. Das passiert bei anderen Parteien mitunter auch, auch hier wird oft bei berechtigten Vorwürfen gemauert. Bei der FPÖ ist das absolut verdichtet. Man kann und wird sich für nichts entschuldigen, denn das lässt das Welt-Bild nicht zu. (Die FPÖ heute hat selbstredend nichts mit den vielen Skandalen der ÖVP-FPÖ-Regierung zu tun, auch nichts mit dem finanziellen Desaster in Kärnten und schon gar nichts mit dem Hypo-Alpe-Adria-Debakel, das den SteuerzahlerInnen Milliarden kostet.)