Walter Ötsch | Forschung

Ökonomie


Forschung

Ich bin aktuell an der Cusanus Hochschule an mehreren Projekten und Projektvorhaben beteiligt. Zwei größere Vorhaben sind:

(1) Wie denken zukünftige ÖkonomInnen? Eine qualitativ-quantitative Befragung von Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an deutschen Hochschulen. Hier sollen die Einstellung von Studierenden und die Wirkung des traditionellen Unterrichts für Ökonomie theoretisch und emirisch erforscht werden. U.a. soll (mit quantitativen als auch qualitativen Methoden) befragt werden, ob der Unterricht ein Denken in den Kategorien „des“ Marktes fördert, welche Auswirkungen dies hat, wie das mit Einstellungen und Einstellungsänderungen durch den Unterricht verbunden ist und welche Implikationen sich daraus für die Forderung nach einer pluralen Lehre ergeben.

Dieses Projekt läuft bis Herbst 2018. Kooperationspartner ist Prof. Dr. Tim Engartner vom Institut für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt.

(2) Bildlichkeit in Philosophie und Ökonomie. In diesem Projekt geht es um die Frage, warum Adam Smith die Imagination (Bildhaftigkeit) in den Zentrum seiner Vorstellung von dem Menschen gestellt hat (von hier aus begründet er, dass Menschen moralische Wesen sind und dass sie auf diese Weise Gesellschaft formen) und warum dieser zentraler Aspekt in der Geschichte der okonomischen Theorien ab dem 19. Jahrhundert in Vergessenheit geraten ist. Dieses Manko hat wichtige Auswirkungen für die weitgehende Ökonomisierung von Lebensbereichen heute.

Dieses Projekt soll gemeinsam mit Silja Graupe in Zusammenarbeit mit Philosophen an der Cusanus Hochschule (insbes. Harald Schwaetzer und Wolfgang Christian Schneider) durchgeführt werden. Als erster Schritt dazu wurde von der Allgemeinen Zeitschrift für Philosophie ein Themenheft mit vier Beiträgen angenommen. Vom 1.-3.9.2016 wurde zum Thema ein Forschungskolloquium  an der Cusanus Hochschule mit  acht Vorträgen abgehalten. Dazu ist ein Sammelband im Verlag Springer VS in Bearbeitung. Im Februar 2017 wurde ein Antrag für ein größeres Forschungsprojekt eingereicht.

Abgeschlossene Projekte (Auswahl): am Forschungsinstitut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft an der Johannes Kepler Universität Linz:

(1) Projekt zur Geschichte der deutschsprachigen Nationalökonomie, gemeinsam mit dem Zentrum für Ökonomische und Soziologische Studien an der Universität Hamburg (Prof. Arne Heise), gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung (Laufzeit 10/2012-01/2015). Hier ging es um eine wissenssoziologische Analyse der Geschichte der deutschsprachigen Nationalökonomie seit 1945, um Netzwerke, Rekrutierungsmuster, institutionelle Ausprägungen und Koppelungen. Insesondere haben wir untersucht, wie es zur Verdrängung der Lehren von Keynes gekommen ist.  Eine Publikation im Lit-Verlag ist aktuell in Bearbeitung.

Im Zusammenhang damit stand die 5. Tagung des Instituts unter dem Thema: Wissen! Welches Wissen? Debatten zwischen Wahrheit, Theorien und Glauben in der ökonomischen Theorie. Dazu erschien im August 2014 das Buch Wissen! Welches Wissen? Zu Wahrheit, Theorien und Glauben sowie ökonomischen Theorien.

Auch die 6. Tagung (Dezember 2014)  hat mit der Thematik des Forschungsprojekts zu tun: Markt! Welcher Markt? Der interdisziplinäre Diskurs um Märkte und Marktwirtschaft. Dazu erschien im Oktober 2015 im ein gleichnamiger Sammelband.

(2) Projekt Die Finanzkrise 2007-2009, Schattenbanken und Offshoresystem: eine institutionelle Analyse. Dieses Projekt wird gefördert vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (Laufzeit 3/2013-12/2015). (Das Offshoresystem beinhaltet Steuer- und Regulierungsoasen). In diesem Projekt geht um folgende Fragen:

  • Welche Rolle haben Schattenbanken in der Krise 2007-2009 gespielt?
  • Welche inneren Zusammenhänge und Mechanismen zeichnen den Schattenbankensektor aus?
  • Welche Risiken sind in diesem Kontext relevant und in welcher Weise haben sie sich in der Krise 2007-2009 manifestiert?
  • In welchem Zusammenhang stehen Regulierungsoasen und die systemischen Risken des Schattenbanksektors? Sind krisenrelevante Signale und Feedbackschleifen durch Regulierungsoasen geflossen?
  • Welche Erkenntnisse folgen daraus für die Wirksamkeit von Regulierungen?

Das Projekt wurde Ende 2015 abgeschlossen.

Zum Thema Offshoreökonomie haben wir am Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft im Dezember 2012 die Tagung durchgeführt: Regulierung! Welche Regulierung? Die politische Ökonomie von Steuer- und Regulierungsoasen. Dazu erschien im März 2014 das Buch The Political Economy of Offshore Jurisdictions.

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