Walter Ötsch | Forschung

Kulturwissenschaften


Forschung

Aktuell arbeite ich an der Cusanus Hochschule an einem Projekt zur Bildhaftigkeit des Denkens, verdeutlicht an Bildern der Wirtschaft, in Zusammenarbeit mit PhilosophInnen und KulturhistorikerInnen. Hier geht es um die Geschichte der Bildhaftigkeit in der Philosophie und in der Kulturgeschichte des Denkens über die Wirtschaft.

Eine zentrale Frage in diesem Projekt: warum hat Adam Smith die Imagination (Bildhaftigkeit) in den Zentrum seiner Vorstellung von dem Menschen gestellt hat (von hier aus begründet er, dass Menschen moralische Wesen sind und dass sie auf diese Weise Gesellschaft formen) und warum ist dieser zentraler Aspekt in der Geschichte der okonomischen Theorien ab dem 19. Jahrhundert in Vergessenheit geraten? Dieses Manko hat wichtige Auswirkungen für die weitgehende Ökonomisierung von Lebensbereichen heute.

Dieses Projekt wird gemeinsam mit Silja Graupe in Zusammenarbeit mit Philosophen an der Cusanus Hochschule (insbes. Harald Schwaetzer und Wolfgang Christian Schneider) durchgeführt. Als erster Schritt dazu wurde von der Allgemeinen Zeitschrift für Philosophie ein Themenheft mit vier Beiträgen angenommen. Vom 1.-3.9.2016 wurde zum Thema ein Forschungskolloquium  an der Cusanus Hochschule mit  acht Vorträgen abgehalten, dazu ist ein Sammelband in Vorbereitung.

2013-2015: Mitarbeit am Projekt „Ökonomen und Ökonomie“, welches am Institut für die Gesamtananalyse der Wirtschaft  (unter meiner Leitung) und am Zentrum für Ökonomische und Soziologische Studien an der Universität Hamburg (unter Leitung von Prof. Arne Heise) durchgeführt wurde. Dieses Projekt wurde gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung. Bei diesem Projekt wurde die Geschichte der deutschsprachigen Nationalökonomie seit 1945 untersucht, und zwar hinsichtlich ihrer Inhalte und ihrer Netzwerke. (Dabei gingen wir von dem kulturwissenschaftlich fundierten Ansatz einer Performativity of Economics aus.) Wir erkundeten in diesem Projekt, wie es dazu gekommen ist, dass große Teile der Nationalökonomie wirtschaftspolitisch relativ einheitlich argumentieren, bzw. dass die Ökonomie einen „Mainstream“ besitzt, der  sich von der der Minderheit von „heterodoxen“ ÖkonomInnen unterscheidet. Insbesondere wurde beschrieben, wie es zur Verdrängung des Keynesianismus gekommen ist.

Die Ergebnisse werden (vermutlich im Frühjahr 2016) in zwei Büchern veröffentlicht.

Zu diesem Projekt wurde auch die Jahrestagung 2013 des Instituts für die Gesamtanalyse der Wirtschaft (12.-14.12.2013) abgehalten: Thema: Wissen! Welches Wissen? Debatten zwischen Wahrheit, Theorien und Glauben in der ökonomischen Theorie. Dazu ist im Herbst 2014 ein Tagungsband im Verlag Metropolis erschienen.

 

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